Arbeitsbelastung, psychische

Definition nach DIN EN ISO 10.075-1: Psychische Arbeitsbelastung ist die Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die bei der Arbeit von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken.

Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)

Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit. Quelle: http://bundesrecht.juris.de/arbschg/

Arbeitssicherheitsgesetz (ArbSichG oder ASiG)

Das Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit (ASiG) regelt die Pflichten der Arbeitgeber zur Bestellung von Betriebsärzten, Sicherheitsingenieuren und Fachkräften für Arbeitssicherheit sowie zur Bildung von Arbeitsschutzausschüssen. Diese sollen den Arbeitgeber bei Arbeitsschutz und Unfallverhütung unterstützen (§1). Es bestimmt die grundsätzliche Struktur der Unternehmen hinsichtlich Arbeits- und Gesundheitsschutz und soll eine fachkundige Beratung der Arbeitgeber sicherstellen. Quelle: http://bundesrecht.juris.de/asig/

Audit

Ein Audit ist eine systematische und unabhängige Untersuchung eines Zustandes oder Prozesses (auch der Ergebnisse) mithilfe klar definierter Kriterien. Es handelt sich um eine Methode, mit der ein bewertendes Bild über Wirksamkeit und Problemangemessenheit bestimmter Aktivitäten gewonnen werden kann. Die Definition in der Qualitätsnorm ISO 9000:2005-12 lautet: „Systematischer, unabhängiger und dokumentierter Prozess zur Erlangung von Nachweisen und zu deren objektiver Auswertung, um festzustellen, inwieweit Auditkriterien erfüllt sind“. Siehe auch ==> EFQM

Balanced Scorecard (BSC)

Im Konzept der BSC werden die traditionellen finanziellen Kennzahlen durch eine Kunden-, eine interne Prozess- und eine Potentialperspektive ergänzt. Dis BSC besteht aus einer strukturierten Sammlung von Kennzahlen [117].

Beanspruchungen

„Unmittelbare (nicht langfristige) Auswirkung der psychischen Belastung im Individuum in Abhängigkeit von seinen jeweiligen überdauernden und augenblicklichen Voraussetzungen, einschließlich der individuellen Bewältigungsstrategien“ (DIN EN ISO 10.075 – Teil 1).

Belastungen, psychische

Ähnliche Begriffe, die teilweise bedeutungsgleich verwendet werden sind psychomentale Belastung und psychosoziale Belastung. siehe psychische Arbeitsbelastungen

Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)

BGF bezeichnet alle Maßnahmen zur Förderung und Erhaltung der Gesundheit der Mitarbeiter einer Organisation.

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)

Bezeichnet die systematische Entwicklung von organisatorischen Rahmenbedingungen, Strukturen und Prozessen mit dem Ziel gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen zu schaffen.

Biomedizinisches Modell

Modell von Krankheit und Gesundheit, welches Krankheit als eine Störung des Gleichgewichts normaler Organfunktionen versteht. Die Beseitigung der pathologischen Strukturveränderung ist gleichbedeutend mit der Beseitigung der Krankheit [118].

Burnout

Ausgebranntsein oder englisch Burnout-Syndrom (engl. to burn out: „ausbrennen“) bezeichnet einen besonderen Fall berufsbezogener und/oder familiärer chronischer Erschöpfung. Erstmalig verwendete der Psychoanalytiker Herbert Freudenberger den Begriff 1974.

Cochrane Review

„Eine Cochrane Review ist eine systematische Übersichtsarbeit in der Medizin, die Wissenschaftlern und Ärzten eine wissenschaftlich fundierte Informationsgrundlage bietet, um den aktuellen Stand der klinischen Forschung in kurzer Zeit objektiv beurteilen zu können. Diese Übersichtsarbeiten werden in der Datenbank The Cochrane Library veröffentlicht“ [119]. Cochrane Reviews zeichnen sich durch einen möglichst hohen Grad der Standardisierung aus, die den Vergleich von unterschiedlichen Studien ermöglichen soll. Diese Methode wird auch als Metaanalyse bezeichnet.

Compliance

engl. to comply: befolgen, erfüllen

Compliance bezeichnet die Regelkonformität bzw. das Einhalten von Richtlinien, Gesetzen, Therapien.

Coping

Von engl. to cope: bewältigen, gewachsen sein, fertig werden mit etwas.

Im Deutschen bezeichnet der Begriff Coping die Auseinandersetzung mit oder Bewältigung von belastenden Situationen.

Crohnbach’s Alpha

siehe Interne Konsistenz

Datenschutz

Zweck des Datenschutzgesetzes ist es, den Einzelnen davor zu schützen, dass er durch den missbräuchlichen Gebrauch seiner personenbezogenen Daten in seinem Persönlichkeitsrecht beeinträchtigt wird.

Quelle: http://bundesrecht.juris.de/bdsg_1990/

DIN EN ISO 10.075

Die Norm DIN EN ISO 10.075 „Ergonomische Grundlagen bezüglich psychischer Arbeitsbelastung“ wurde durch eine Arbeitsgruppe des Internationalen Normenausschusses Ergonomie (ISO TC 159) erarbeitet. Sie soll als Hilfestellung zur Gefährdungsermittlung und Ableitung von Gestaltungserfordernissen dienen (siehe Abschnitt 2.5.2).

DIN 18041:2004-05

Hörsamkeit in kleinen bis mittelgroßen Räume

„In der Norm DIN 18041 werden in Abhängigkeit verschiedener Nutzungsarten und des Raumvolumens Sollwerte der Nachhallzeit angegeben. Die unterschiedenen Nutzungsarten sind Unterricht, sonstige Sprachdarbietungen, Musik und Sport. […] Die rechtliche Verpflichtung zur Anwendung dieser Normen ergibt aus dem Arbeitsschutzgesetz, der Arbeitsstättenverordnung, dem Sozialgesetzbuch VII sowie der Unfallverhütungsvorschrift „Grundsätze der Prävention” GUV-VA1“. Quelle: http://www.fluesterndesklassenzimmer.de/vorschrift.html

EFQM

Die EFQM (European Foundation for Quality Management) wurde von führenden europäischen Unternehmen gegründet. Das EFQM-Modell umfasst neun Kriterien mit insgesamt 33 Subkriterien, mit denen es versucht, einen Betrieb möglichst vollständig zu erfassen. Die Bedeutung der einzelnen Kriterien wird in Prozenten angegeben. Dazu müssen sich die Organisationen selbst bewerten, ihre Stärken und Schwächen vermerken und den Erfüllungsgrad mit Hilfe einer Punktetabelle einschätzen. Die Maximalpunktzahl beträgt 1000. Quelle: http://www.quality.de/cms/lexikon/lexikon-e/efqm.html

Evaluation

Evaluation betreibt, wer über die Qualitätskriterien und -standards entscheidet, also wer die Indikatoren festlegt. Das Ziel ist, die Bewertung unabhängig vom Bewerter zu „objektivieren“ (d. h. am zu bewertenden „Objekt“ festmachen). Dies geschieht dadurch, dass „qualitätsrelevante“ Merkmale gemessen werden. Die Voraussetzung dazu ist, dass das Konstrukt „Qualität“ so definiert ist, dass seine Dimensionen als Merkmale des Gegenstands erscheinen. Methodologisch ist dabei „nur“ die Aufgabe zu lösen, diese Qualitätsdimensionen so durch Indikatoren zu operationalisieren, dass sie als situationsunabhängige „Qualitäts-Messwerte“ gelten können [78].

Evidenzbasierte Medizin (EbM)

Evidenz von Lateinisch: evidentia -> „Augenscheinlichkeit, Klarheit“

EbM ist ein Verfahren zur systematischen Suche nach relevanter Evidenz in der medizinisch-wissenschaftlichen Literatur. Der jeweilige aktuelle Stand der klinischen Medizin wird auf der Grundlage klinischer Studien und medizinischer Veröffentlichungen, die einen Sachverhalt erhärten oder widerlegen, definiert.

Gefährdungsbeurteilung

„Die Gefährdungsbeurteilung ist der umfassende Prozess, um Gefährdungen und deren Ursachen zu erkennen. Die Gefährdungsbeurteilung ermittelt Gefährdungen ohne eine Bewertung oder Beurteilung vorzunehmen.“ Quelle: http://www.ibrm.de/d/html/maschinenrichtline_kategorien.html

Grundlage zielgerichteter Maßnahmen ist eine Beurteilung der für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdungen und Belastungen (§5 ArbSchG). Dazu müssen die Gefährdungen am Arbeitsplatz ermittelt und beurteilt werden sowie die sich daraus ergebenden Arbeitsschutzmaßnahmen festgelegt und ihre Wirksamkeit überprüft werden.

Gesundheit

Die Definition der WHO (1948) lautet: „Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.“ („Health is a state of complete physical, mental and social wellbeing and not merely the absence of disease or infirmity.”). Folgende Definition geht noch einen Schritt weiter, indem Gesundheit wie folgt definiert wird: „Gesundheit ist eine Fähigkeit zur Problemlösung und Gefühlsregulierung durch die ein positives Selbstwertgefühl – und ein unterstützendes Netzwerk sozialer Beziehungen erhalten oder wieder hergestellt wird“ [121]. Der Begriff Gesundheit bekommt mit dieser Definition eine wesentlich erweiterte Bedeutung, die weit über die bloße Abwesenheit von Krankheit und Gebrechen hinausgeht.

Gesundheitsförderung

Gesundheitsförderung zielt auf die Stärkung von individuellen und sozialen Ressourcen [107].

Handlungsregulationstheorie (HRT)

Im Modell der HRT wird vom kompetent handelnden Menschen ausgegangen, dessen Aktivität zielgerichtet ist (effizientes Handeln). Die Zielbildung erfolgt nach Bedürfnissen und Möglichkeiten (realistisch). Ist ein Ziel definiert wird eine Planung zur Zielerreichung vorgenommen. Einzelne Ziele werden dabei in Teilziele unterteilt, bis diese durch direkte Handlungen erreichbar sind (organisiert).

Indikator

Theoretische Konstrukte stellen eine Idealisierung der Wirklichkeit dar und lassen sich nicht direkt beobachten. Um sie einer Beobachtung zugänglich zu machen, müssen sie zunächst operationalisiert, d. h. messbar gemacht werden. Die dazu benutzten Variablen bezeichnet man auch als Indikatoren, weil sie anhand beobachtbarer Sachverhalte Hinweise auf das zugrundeliegende theoretische Konstrukt geben. Durch geeignete Methoden muss geprüft werden, ob die verwendeten Indikatoren das messen, was sie messen sollen (è Validität), und wenn ja, mit welcher Zuverlässigkeit sie das tun (è Reliabilität).

Interne Konsistenz

Die Interne Konsistenz ist die Homogenität der einzelnen Items des Tests, in anderen Worten der Grad, mit dem die einzelnen Items des Verfahrens das gleiche Merkmal messen. Eine gebräuchliche Kenngröße dafür ist Cronbach’s α, das einen Wert zwischen 0 und +1 annehmen kann. Hohe Werte bedeuten eine große Konsistenz (hohe Ähnlichkeit). Der gewünschte Wert für α liegt etwa zwischen 0,75 und 0,90.

Item

In der Psychologie und der empirischer Sozialforschung bezeichnet der Begriff die kleinste Erhebungseinheit, d. h. eine Aufgabe oder eine Frage bei einem Test oder Fragebogen.

Job-Characteristics-Modell (JCM)

Das JCM beschäftigt sich mit der intrinsischen Arbeitsmotivation bzw. dem Motivationspotential. Das Modell geht dabei von fünf Tätigkeitsmerkmalen aus, die sich motivierend auf den Stelleninhaber auswirken sollen (Motivatoren).

Korrelation

Die Korrelation gibt die Stärke der Abhängigkeit zweier Variablen bzw. Merkmale an (z. B. zwischen Körpergröße und Gewicht). Die Korrelation sagt nichts über die Kausalität, also den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung, aus.

Luxemburger Deklaration zur betrieblichen Gesundheitsförderung

In der Luxemburger Erklärung wurden 1997 erstmals Grundsätze der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF). Die Luxemburger Deklaration definiert BGF als alle „gemeinsamen Maßnahmen von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Gesellschaft zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz“. Erreicht werden kann das durch Verbesserung der Arbeitsorganisation, Förderung der Mitarbeiterbeteiligung und Stärkung der persönlichen Kompetenzen.

„Zu diesen Grundsätzen zählen:
  • Unternehmensgrundsätze und -leitlinien, die in den Beschäftigten einen wichtigen Erfolgsfaktor sehen und nicht nur einen Kostenfaktor,
  • eine Unternehmenskultur und entsprechende Führungsgrundsätze, in denen Mitarbeiterbeteiligung verankert ist, um so die Beschäftigten zur Übernahme von Verantwortung zu ermutigen,
  • eine Arbeitsorganisation, die den Beschäftigten ein ausgewogenes Verhältnis bietet zwischen Arbeitsanforderungen einerseits und eigenen Fähigkeiten andererseits sowie Einflußmöglichkeiten auf die eigene Arbeit und soziale Unterstützung,
  • die Verankerung von Gesundheitszielen insbesondere in der Personalpolitik, aber auch in allen anderen Unternehmensbereichen (Integration),
  • ein integrierter Arbeits- und Gesundheitsschutz,
  • ein hoher Grad an Einbeziehung der Beschäftigten in Fragen der Gesundheit (Partizipation),
  • die systematische Durchführung aller Maßnahmen und Programme (Projektmanagement),
  • die Verbindung von Risikoreduktion mit dem Ausbau von Schutzfaktoren und Gesundheitspotentialen (Ganzheitlichkeit)“.
Quelle: http://www.enwhp.org/fileadmin/rs-dokumente/dateien/Luxembourg_Declaration.pdf

 

Maßnahme

Eine Maßnahme ist die „kleinste“ zweckbestimmte Handlung, durch die noch ein Effekt (Zielerreichung) eintreten könnte. Sie muss auf die Veränderung eines bestehenden Zustandes abzielen.

Modell

Ein Modell ist allgemein eine auf bestimmte Zwecke ausgerichtete vereinfachende Beschreibung der Wirklichkeit. In der wissenschaftlichen Theoriebildung ist ein Modell das Ergebnis einer abstrahierten und vereinfachten Darstellung des Untersuchungsgegenstandes.

Norm

„allgemein anerkannte, als verbindlich geltende Regel“ [19].

Objektivität siehe psychometrische Eigenschaften

Operationalisierung

Die Operationalisierung (Messbarmachung) umfasst Messung, Skalierung und Indexbildung. Sie beschreibt die Art und Weise, wie ein theoretisches Konstrukt (z. B. Burnout) gemessen werden soll.

Ottawa-Charta

Die Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung (Ottawa Charter for Health Promotion) wurde 1986 zum Abschluss der Ersten Internationalen Konferenz zur Gesundheitsförderung von der WHO veröffentlicht. Zu den Kernaussagen gehört die Förderung der Gesundheit durch die Beeinflussung politischer, biologischer und sozialer Faktoren (advocate), die Förderung der Kompetenzen, um ein möglichst großes Gesundheitspotential zu erschließen (enable) sowie die Vermittlung und Vernetzung aller Akteure (mediate).

Gesundheitsförderung ist demnach ein Prozess, der allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit (körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden) ermöglichen soll. Gesundheit selbst steht für ein positives Konzept, das die individuellen und sozialen Ressourcen und die körperlichen Fähigkeiten betont. Um dieses Ziel erreichen zu können, muss die Gesundheitsförderung alle Bereiche des menschlichen Lebens umfassen [122].

Outcome

In diesem Zusammenhang bezeichnet Outcome die Folge einer Belastung, also etwa geringere Arbeitszufriedenheit als Folge einer hohen Arbeitsbelastung. Wenngleich diese Art von Beziehung: immer wenn X (Arbeitsbelastung) dann Y (geringe Arbeitszufriedenheit) auf individueller Ebene nicht herstellbar ist, gibt es doch statistisch nachweisbare Beziehungen der Art: wenn Belastung X hoch ist, dann ist Beanspruchung Y im Durchschnitt häufiger. Um solche Zusammenhänge prüfen zu können, beinhalten manche Fragebogen sogenannte Outcome-Parameter (Arbeitszufriedenheit, Burnout, Arbeitsbewältigung) [53].

Persönlichkeit

Gesamtheit der persönlichen (charakteristischen, individuellen) Eigenschaften

Prävention

Die Gesamtheit der systematisch aufeinander bezogenen Maßnahmen, die dem Erhalt und der Förderung der physischen und psychischen Leistungsfähigkeit (Können) und der Leistungsbereitschaft (Wollen) der Mitarbeiter dienen und die dazu notwendigen Voraussetzungen schaffen (Dürfen) [123].

Prävention bezieht sich auf spezifische Krankheitsrisiken und hat das Ziel, Krankheitsrisiken zu minimieren [107]. Es wird unterschieden zwischen Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention.

Unter Primärprävention werden alle Maßnahmen und Verhaltensweisen verstanden, die vor dem Eintreten einer Krankheit ihre Entstehung verhindern oder verlangsamen können. Sekundärprävention zielt auf die möglichst frühzeitige Erkennung von Krankheiten, um damit Chronifizierung und Behinderung zu vermeiden. Tertiärprävention bezieht sich auf die Linderung und Rehabilitation nach dem Eintreten einer Krankheit.

Psychometrische Eigenschaften

Objektivität ==> übereinstimmende Ergebnisse mehrerer Beobachter
Das Ausmaß, in dem die Testergebnisse unabhängig von der Person des Versuchsleiters sind. Eine maximale Standardisierung der Testsituation (hier: Befragungssituation) und eine minimale soziale Interaktion zwischen Versuchsleiter und Testteilnehmer sollte angestrebt werden [55].
Reliabilität  ==> Genauigkeit der Messung eines Merkmals; Reproduzierbarkeit von Ergebnissen. Die inhaltliche Messgenauigkeit eines Forschungsinstruments in Bezug auf ein bestimmtes Kriterium.
Validität ==>  Misst ein Verfahren tatsächlich, was es zu messen vorgibt?
Sie gibt an, ob und in welchem Maße ein Testverfahren misst, was es messen soll. Validität liegt vor, wenn Messwerte das theoretisch definierte Merkmal tatsächlich repräsentieren oder abbilden.
Validität kann noch weiter in Inhalts-, Konstrukt- und Kriteriumsvalidität unterteilt werden [50].
Inhaltsvalidität liegt vor, wenn die durch Messungen erfassten Daten den Inhalt darstellen, der gemessen werden soll. Eine Untersuchung ist konstruktvalide, wenn die theoretischen Bestandteile der Hypothese angemessen in den empirischen Bestandteilen der Untersuchung repräsentiert sind. Kriteriumsvalidität liegt vor, wenn die Messungen mit einer anderen konstruktvaliden Messung (dem Kriterium) hoch korrelieren.

 

Qualität

Güte oder Beschaffenheit von etwas in Bezug auf einen Zweck. Das grundlegende Problem dabei ist, dass „Qualität“ kein Merkmal des zu bewertenden Objekts an sich, sondern relational ist. Hierbei wird Qualität definiert als Eignung, Brauchbarkeit, Güte in Bezug auf bestimmte Ziele und Zwecke sowie auf bestimmte Nutzer- und Klientengruppen.

Qualitätsmanagement (QM)

QM bezeichnet alle organisierten Maßnahmen, die der Verbesserung von Produkten, Prozessen oder Leistungen jeglicher Art dienen. Innerhalb des QM ist als Qualitätssicherung jede geplante und systematische Tätigkeit zur Erreichung dieser Ziele zu verstehen29.

Verhaltensprävention

Verhaltenspräventive Maßnahmen zielen auf die Förderung gesundheitsgerechter Verhaltensweisen von Personen. Zu den eingesetzten Verfahrensweisen zählen sowohl Information und Aufklärung als auch die Vermittlung von Bewältigungstechniken (z. B. Stressmanagement, Bewegung, etc.) und die Förderung von Handlungskompetenzen in der Auseinandersetzung mit konkreten Anforderungen und Belastungen (Qualifikation, Kompetenztraining).

Verhältnisprävention

Verhältnispräventive Maßnahmen zielen auf die Gestaltung gesundheitsförderlicher Strukturen (Verhältnisse). Beispiele der Verhältnisprävention im betrieblichen Kontext sind der Abbau belastender Arbeitsbedingungen (z. B. Störungen, Ungewissheit, mangelnde Aufgabentransparenz), die Verbesserung des Kooperationsklimas oder die Erweiterung von Handlungsspielräumen (Quelle: http://www.gesunde.uni-wuppertal.de). Die Maßnahmen müssen sich an die spezifischen Verhältnisse anpassen.

Referenz

das Bezugnehmen, der Bezug auf etwas. Hier: Referenzwerte – Möglichkeit zum Vergleich mit einer repräsentativen Stichprobe.

Regulationsbehinderung

Unter dem Begriff der „Regulationsbehinderung“ werden solche Belastungen verstanden, welche die Arbeit unnötig behindern oder die Gesundheit des Arbeitenden gefährden [74].

Reliabilität siehe psychometrische Eigenschaften.

Resilienz

Seelische Widerstandsfähigkeit eines Individuums, Toleranz gegenüber Störungen.

Salutogenese

Salutogenese heißt wörtlich „Gesundheitsentstehung“ oder Erzeugung von Gesundheit. Das Konzept wurde in den 1970er Jahren als Gegenbegriff zur Pathogenese30 entwickelt und bezeichnet Wege zur Erhaltung und Erzeugung von Gesundheit. Damit ist kein Zustand, sondern ein Prozess bezeichnet [16].

Screening

[engl. to screen = prüfen, auswählen, durchsieben]. In diesem Falle ein systematisches Testverfahren in Form eines Fragebogens.

Selbstregulation

Der Begriff Selbstregulation bezeichnet die bewussten und unbewussten psychischen Vorgänge, mit denen Menschen ihre Aufmerksamkeit, Emotionen, Impulse und Handlungen steuern. Die eigenen Fähigkeiten werden ständig neu bewertet, was sich wiederum auf die (intendierten) Handlungen auswirkt.

Setting

Aufbauend auf der Definition von Gesundheit und dem Verständnis von è Gesundheitsförderung der Ottawa-Charta ist der Setting-Ansatz entstanden. Die Konzeption adressiert das „setting“, den alltäglichen Lebensraum als einen Ort, in dem Interventionen greifen. Als Setting werden die Lebensbereiche bezeichnet, in denen die Menschen einen Großteil ihrer Lebenszeit verbringen. Das Individuum kann nicht isoliert von „seinem“ Settings gesehen werden, sondern steht damit in Verbindung [124].

„Der Setting-Ansatz der Gesundheitsförderung betont, dass nicht nur die Personen in ihrem Wohlbefinden und ihrer Kompetenz gefördert werden sollen, sondern die gesamte Umgebung, die Organisation mit ihren spezifischen Gegebenheiten, um umfassende und langfristige Verbesserungen zu erreichen“ [125].

Skala/Dimension

Mehrere Items mit gleicher Bedeutung werden zu einer Skala aggregiert. Dabei muss geprüft werden, ob die Items zueinander passen und verschiedene Aspekte des Konstrukts adäquat abdecken. Oft werden die Begriffe Skala und Dimension synonym gebraucht. In diesem Bericht bezeichnet eine Dimension eine weitere Aggregierung mehrerer thematisch zusammengehöriger Skalen.

Stress

Allgemeine und umgangssprachliche Bezeichnung für körperliche und seelische Reaktionen auf äußere oder innere Reize, die von dem Menschen als anregend oder belastend empfunden werden. Eine Stressreaktion läuft auf drei Ebenen ab: psychisch (Persönlichkeit), sozial (Organisation) und biologisch (Organismus).

Theorie

Eine Theorie ist ein vereinfachtes Bild eines Ausschnitts der Realität, um auf dieser Grundlage möglicherweise Prognosen zu machen und Handlungsempfehlungen zu geben. Jeder Theorie liegen mehr oder weniger deutlich ausformulierte Annahmen zugrunde. Siehe è Indikator, Modell

Testtheorie, klassische

Die Grundannahme ist die beliebige Wiederholbarkeit von Messungen. Jede einzelne Messung ist jedoch mit einem Fehler behaftet. Ausgehend von einem Messwert versucht die klassische Testtheorie zu klären, wie auf die „wahre“ Ausprägung des gemessenen Merkmals geschlossen werden kann.

Trennschärfe

Die Trennschärfe (rit) ist der Zusammenhang (Korrelation) des Items mit dem Gesamtergebnis eines Tests. Die Trennschärfe rit kann einen Wertebereich zwischen -1 und +1 annehmen. Bei einer hohen positiven Trennschärfe erfasst das Item etwas Ähnliches wie der Gesamttest. Eine Trennschärfe nahe 0 weist darauf hin, dass ein Item mit dem restlichen Test wenig gemeinsam hat.

Validität siehe psychometrische Eigenschaften

Psychische Belastungen messen

unser Artikel in ManagerSeminare, Extraheft Gesundheit; November 2016; http://www.managerseminare.de/

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Buch - zweite Auflage

 Buch Neuner

ISBN 978-3-658-10616-4

Das Buch stellt Handlungsstrategien für das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) vor. Die zuverlässige Erfassung von psychischen Belastungen ist Aufgabe der Gefährdungsbeurteilung, die damit gleichzeitig zum Steuerungsinstrument wird. 

Weitere Informationen unter http://www.springer.com/de/book/9783658106164


Praxisbeispiel Begehung

 Praxisbeispiel: Gefährdungsbeurteilung im Rahmen einer Begehung

Wir haben auf der A+A 2015 in Düsseldorf ein ein Praxisbeispiel vorgestellt, wie im Rahmen einer Begehung / Beobachtungsinterviews belastende Faktoren transparent quantifiziert und beurteilt werden können. Download